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  • Antje Przyborowski

Auch Ratschläge sind "Schläge"

Wenn es uns schlecht geht, sind unsere Mitmenschen gern und schnell mit Ratschlägen dabei. Sie möchten helfen, dass es uns besser geht. Vielleicht können sie unser Leid nicht ertragen. Vielleicht wollen sie, dass ihre eigenen ängstigenden Gefühle, die sie angesichts unseres Verlustes empfinden, schnell wieder weg gehen. Sie erzählen uns dann, was bei Ihnen oder jemandem anderen geholfen hat. Was vielleicht irgendwo in der Zeitung stand.


Dabei übersehen sie, dass in unseren schweren Momenten Ratschläge das sind, was wir am wenigsten gebrauchen können. Im Gegenteil. Oftmals fühlen sich diese Ratschläge eher wie Schläge an. Vor allem, wenn du nicht darum gebeten hast. Wie ein „Du musst nur ..., dann geht es dir besser“. Dabei schwingt ein ungesagter Satz mit: „Wenn du es nicht tust, dann ist ja klar, dass es dir so schlecht geht.“ Oder ein „Du musst nur wollen.“ Sie wirken eher wie Schläge, die dich nur noch weiter hinunterziehen. Hilfreich sind sie auf keinen Fall.


Dabei haben Trauer und Trauergefühle nichts mit „Leistung“ oder „Vermögen“ zu tun. Sie sind da und möchten gefühlt werden. Durch dich, durch niemanden anderen. Denn du hast jemanden verloren, der dir sehr, sehr wichtig war. Für immer. Er wird nicht wiederkommen. Und das tut dir verständlicherweise weh. Dein Verlust wird bleiben, auch wenn er irgendwann vielleicht nicht mehr so sehr schmerzt.


Achte auf dich.


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