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  • AutorenbildAntje Przyborowski

Weg damit?

Ich erlebe es immer wieder, dass Trauernde mit Sprüchen wie „Jetzt schmeiß doch endlich mal das Zeug von XY weg! Das macht dich doch bloß kirre!“ konfrontiert werden, nur weil sie zum Beispiel auch nach längerer Zeit die Kleidung des Verstorbenen noch nicht entsorgt haben. Oft kommen diese Aussagen von Zugehörigen, die damit überhaupt nicht zurecht kommen, die gern möchten, dass auch du zum Alltag zurückkehrst. Als Trauernde fühlst du dich dann vielleicht erst recht missverstanden, denn für dich sind diese Dinge nach wie vor wichtig und richtig.


Wenn ein geliebter Mensch stirbt, bricht die bisher gelebte Verbindung zu ihm ab. Er ist physisch nicht mehr da, nicht mehr greifbar, berührbar. Aber seine Dinge sind noch da: sein Pullover, sein Parfüm, seine Fotos oder sein Auto. Du kannst sie sehen, riechen, anfassen. Auch wenn sie „leer“ sind, sind sie doch ein Teil von ihm. Sie lassen dich eure Verbindung wenigstens noch ein bisschen so halten wie bisher.


Deshalb ist es völlig in Ordnung, die Dinge, die dich eng mit dem Verstorbenen verbinden, (noch) nicht wegzuwerfen, zu verkaufen, auszusortieren. Sein Zimmer so zu belassen, wie es war. Sein Rasierzeug im Bad stehen zu lassen. Egal, was andere davon halten: Du hast einen schweren Verlust erlitten. Du darfst so trauern und weiterleben, wie es sich für dich richtig anfühlt. Du entscheidest, wann du eine neue Verbindung zum Verstorbenen geschaffen hast und diese Dinge loslassen kannst. Denn du trauerst für dich, nicht für andere.


Achte auf dich.



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